„Ein umfassender Ansatz wird unverzichtbar“

Gemeinsames Interview mit Philippe Eckert, Direktor, und Jean-Marie Schnyder, medizinischer Direktor

Was ändert sich durch diese Fusion konkret für verschreibende Ärzte und Patienten?

Philippe Eckert: Die erste wesentliche Entwicklung betrifft die Erweiterung unseres Angebots. Durch die Bündelung der Kompetenzen der Berner und der Luzerner Einrichtung stärken wir unser Leistungsspektrum im Bereich der Rehabilitation erheblich. Heute bieten wir einen Ansatz, der in der Westschweiz nach wie vor einzigartig ist, da hier vielfältige Kompetenzen unter einem Dach vereint sind.

Jean-Marie Schnyder: Diese Komplementarität ist von entscheidender Bedeutung, da Patienten oft komplexe Probleme aufweisen, die über einen einzelnen medizinischen Fachbereich hinausgehen. Dank dieser Fusion können wir mehr Fachgebiete einbeziehen und wesentlich kohärentere Behandlungswege gestalten. Dies ermöglicht es den zuweisenden Ärzten, ihre Patienten an eine Einrichtung zu verweisen, die in der Lage ist, ihre gesamte klinische Situation zu erfassen.

Genau diese Interdisziplinarität scheint zu einem zentralen Schwerpunkt Ihrer Positionierung geworden zu sein. Erzählen Sie uns doch bitte mehr darüber.

J-M. S.: Auf jeden Fall. Wir verfügen heute über ein echtes Kompetenz-Ökosystem. Rehabilitationsmediziner, Kardiologen, Neurologen, Internisten, Psychiater, Pneumologen, Psychologen, Logopäden, auf Diabetologie spezialisierte Pflegekräfte und Therapeuten arbeiten gemeinsam am Patienten. Diese Vielfalt ermöglicht einen ganzheitlichen Blick auf die auftretenden Probleme.

P. E.: Das ist ein sehr wichtiges Unterscheidungsmerkmal. Die moderne Medizin kann nicht mehr ausschliesslich in isolierten Bereichen arbeiten. Viele Patienten leiden unter mehreren Erkrankungen oder benötigen eine ganzheitliche Betreuung, die körperliche, psychische und soziale Aspekte umfasst. Unsere Aufgabe besteht genau darin, die Rehabilitationsprogramme an die individuellen Bedürfnisse jedes Einzelnen anzupassen.

Kann man von einem ganzheitlichen Ansatz in der Rehabilitation sprechen?

P. E.: Ja, ganz klar. Wir versuchen, den Patienten ganzheitlich zu betrachten. Die Rehabilitation beschränkt sich nicht nur auf die Wiederherstellung einer körperlichen Funktion. Sie umfasst auch den Umgang mit Müdigkeit, der psychischen Verfassung, dem Schlaf, der Selbstständigkeit oder auch der Rückkehr in den Alltag. Dieser ganzheitliche Ansatz verbessert nicht nur die Lebensqualität der Patienten, sondern auch die Wirksamkeit der Behandlung.

J-M. S.: Diese Sichtweise gewinnt umso mehr an Bedeutung, als die akuten Krankenhausaufenthalte heute kürzer sind. Die Patienten kommen mit komplexeren Bedürfnissen zu uns als früher. Daher muss es möglich sein, schnell verschiedene Fachkompetenzen für sie zu mobilisieren.

Die Höhenlage wird ebenfalls als Alleinstellungsmerkmal hervorgehoben. Warum gewinnt dieser Aspekt so stark an Bedeutung?

P. E.: Die aktuellen klimatischen Bedingungen verändern die Lage grundlegend. Auf 1.400 Metern Höhe profitieren wir von einem Umfeld, das für die Rehabilitation besonders günstig ist. Die Temperaturen bleiben im Sommer angenehm, die Luft ist von hervorragender Qualität und die Sonneneinstrahlung ist aussergewöhnlich.

J-M. S.: Diese Faktoren wirken sich konkret auf das Wohlbefinden und die Genesung der Patienten aus. Hitzewellen sind für geschwächte oder chronisch kranke Menschen immer schwerer zu ertragen. Die Berglandschaft stellt heute einen echten therapeutischen Vorteil dar.

P. E.: Und dann ist da noch die psychologische Dimension. Der Blick auf die Walliser Gipfel, das Licht, die Ruhe oder auch die Möglichkeit, wieder einen Bezug zur Natur zu finden, tragen massgeblich zum Rehabilitationsprozess bei.

Diese Lage in den Bergen ist gleichzeitig mit den grossen städtischen Zentren der Umgebung verbunden.

J-M. S.: Das ist genau einer unserer grossen Vorteile: Wir befinden uns in einer aussergewöhnlichen Alpenlandschaft und sind gleichzeitig sehr gut an die grossen städtischen Ballungsräume der Umgebung angebunden.

P. E.: Diese Erreichbarkeit ist für Familien von entscheidender Bedeutung. Die Angehörigen spielen eine zentrale Rolle bei der Rehabilitation, und es ist uns wichtig, diese Nähe aufrechtzuerhalten. Wir befinden uns hoch genug in den Bergen, um einen idealen therapeutischen Rahmen zu bieten, sind aber gleichzeitig nah genug an den städtischen Zentren, um gut erreichbar zu bleiben.

Ermöglicht diese Fusion auch, bestimmte spezifische Kompetenzen zu erhalten?

P. E.: Ja, und das war ein entscheidender Punkt. Durch diese Übernahme konnten wir das in der Luzerner entwickelte Fachwissen bewahren und ihm gleichzeitig neue Perspektiven eröffnen. Zudem haben wir unsere Zweisprachigkeit gestärkt, indem wir französisch- und deutschsprachige Kompetenzen in einer einzigen Einrichtung vereint haben.

J-M. S.: Diese sprachliche Vielfalt ist ein wichtiger Vorteil in einem Kanton wie dem Wallis, aber auch für Patienten aus verschiedenen Regionen der Schweiz. Sie spiegelt zudem unseren Willen wider, eine offene, kooperative und zukunftsorientierte Einrichtung aufzubauen.

Ein Interview von Thomas Pfefferlé

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